|
|||||
|
Wer kennt ihn heute noch, den Dinkel? Wahrscheinlich kaum jemand:
Wegen seiner Unwirtschaftlichkeit geriet er vor einigen Jahren in Vergessenheit. Zurzeit
erlebt das auch Spelzkorn genannte Getreide allerdings eine Renaissance. Die Geschichte des Dinkelkorns Ursprünglich war der Dinkel in Südasien beheimatet und wurde dort um 3000 v. Chr. kultiviert. Mit der Völkerwanderung wurde das Dinkelkorn, auch Spelzkorn genannt, über Nahost, Aegypten, Griechenland und Italien in unsere Gegend gebracht. Noch um die Jahrhundertwende war es in vielen Gegenden und Ländern
sehr bekannt, so vor allem in Skandinavien und Mitteleuropa. |
Der Dinkelanbau Der Dinkel bevorzugt karge, magere Böden. DurchDüngergaben
werden wphl der wuchs und die Aehrengrösser, weil Halm und auch Aehren mehr Wasser
aufnehmen; der schwere Halm knickt allerdings viel rascher, sodass die am Boden liegenden
Aehren nicht mehr vollständig ausreifen können. Das Düngen lohnt sich
also nicht; eine Ertragssteigerung ist automatisch und zwingend mit einer Qualitätseinbusse
verbunden. In verschiedenen Länder jedoch - Dänemark, Teilen Deutschlands,
Frankreichs und der Schweiz -, wo die biologisch - dynamische Anbauweise angewendet
wurde, haben sich die alten Sorten halten können. Im Interesse, die guten Sorten
zu erhalten, ist das Saatgut weiterhin gepflegt worden. In der Schweiz werden vorwiegend
das Oberkulmer - Rotkorn und der Ostro angebaut. |
Die Eigenschaften des Dinkelkorn Der Dinkel beinhaltet, verglichen mit dem Weizen, einige Vitamine und Spurenenlemente mehr. Diese zusätzlichen Bestandteile zeichnen ihn als vorzügliches Korn aus. Ein weiterer, grundlegender Unterschied zwischen Dinkel - und Weizenkorn wird aus der Schnittzeichnung ersichtlich.
Beim Dinkel hingegen verteilen sich die Vitamine und Spurenelemente (die in Eiweiss eingeschlossen sind) auf das ganze Korn; sie sind auch im Mehlkörper nachweisbar. Der Dinkel behält nur in seiner ureigenen Form seine Qualität, weshalb er nicht mit anderem Getreide vermengt werden sollte: beim Mischen nehmen nähmlich die Eigenschaften des Mischkorns überhand. Dasselbe gilt auch für das Kreuzen: Allergiker zeigen bei Dinkel - Weizen - Kreuzungen dieselben Abwehrreaktionen wie bei normalem Weizen.
|
|||